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Tre Bassi

Tre Bassi – Das Ensemble

Alain Buet, Paul Willenbrock, Philippe Roche - Bässe
Hille Perl - Viola da Gamba
Lee Santana - Chitarrone
Michel Godard - Serpent



Warum schreibt ein Komponist für drei Bassstimmen? In der Oper ist der Bass normalerweise ein boshafter Charakter, ein greiser König, ein Priester, Philosoph oder einfach ein langweiliger Alter – so gut wie nie wird er in Liebschaften verwickelt! Wer will schon drei solche lahmen Charaktere zusammen singen hören?

Andererseits hat der Bass im Kontext der Mehrstimmigkeit eine wichtige Rolle: Er schafft das solide Fundament, auf dem die anderen Sänger ihre Virtuosität zur Schau stellen können. Er ist die absolute Basis der Harmonie. Müsste ein Basstrio demnach nicht einen harmonischeren und in sich schlüssigeren Klang haben als beispielsweise ein Tenor- oder Soprantrio, selbst wenn Letzteres dem Auge mit Sicherheit erfreulicher erscheint? Auf Fragen dieser Art hofften wir Antworten zu finden, als wir begannen, musikalische Programme zusammenzustellen, die speziell für drei Bassstimmen komponiert sind.

Um den Effekt zu verstärken, werden unsere drei Bassstimmen von drei Bassinstrumenten quasi gespiegelt. Es sind dies Serpent, Gambe und Chitarrone, gespielt von den drei außergewöhnlichen Musikern Michel Godard, Hille Perl und Lee Santana. Alle drei sind erstklassige Improvisisatoren,zwei von ihnen auch Komponisten. Diese drei herausragenden musikalischen Persönlichkeiten sind ein fester Bestandteil aller TRE BASSI – Programme.

Auch wenn das Repertoire für drei Bässe nicht das Größte ist, so gibt es doch mehr und unterschiedlichere Werke für diese Besetzung, als allgemein angenommen wird. Mit TRE BASSI erforschen wir dieses Repertoire vom 14. Jahrhundert bis zur Gegenwart und erweitern das Genre noch, indem wir Komponisten bitten, für uns neue Werke zu verfassen. Unsere erste CD „De
Profundis“ gibt die Richtung unserer zukünftigen Projekte vor: Alte Musik mit Neuer zu verbinden und Raum für Improvisationen sowohl der Sänger als auch der Musiker zu schaffen.

Ein anderes TRE BASSI Programm besteht aus englischer Musik des 17. Jahrhunderts, basierend auf den vielen „Catches“-Sammlungen dieser Zeit – dreistimmige Kanons, die in Pubs und Kneipen gesungen wurden, mit schmissigen, manchmal fast obszönen Texten – die natürlich auch die drei Musiker zu ebenso schmissigen Improvisationen inspirieren! In diesem Programm finden sich außerdem Lieder und Duos von Purcell und seinen Zeitgenossen, darunter eine Vertonung von
Hamlets berühmtem Monolog „Sein oder nicht sein...“ von Cesare Morelli, die er für den bekannten Tagebuchschreiber Samuel Pepys schrieb. Ergänzt wird das Programm durch speziell für uns geschriebene Stücke.

Ein weiteres Programm beschäftigt sich ausschließlich mit französischer Musik. Hier finden sich einige bemerkenswerte Stücke der Ars Nova des 14. Jahrhunderts für drei Bässe acapella, darunter das ungewöhnliche „Fumeux fume par fumée“ von Solage. Das Instrumentaltrio improvisiert zu diesen außergewöhnlichen Stücken, und moderne Werke zeitgenössischer französischer
Komponisten kontrastieren die Alte Musik. Das Programm enthält auch einen Chanson von Josquin für drei Bässe, eine Motette für vier Bässe des Komponisten Loyset Pieton (16. Jhdt.) und eine ziemlich beeindruckende Motette von François Couperin für drei Bässe und Continuo.


Paul Willenbrock, Paris 2008

De Profundis

De Profundis

Hille Perl, Michel Godard, Lee Santana, TRE BASSI: De Profundis ad Stellam - Von der Tiefe bis an die Sterne, vom Dunkel des Menschenlebens bis zum Licht der Verklärung.


16,90 EUR

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